Unsere Arbeitsweise

Diese Seite zeigt den Weg von der Aufgabenstellung über die konkrete Arbeitsaufgabe bis hin zu den eingesetzten Werkzeugen und Methoden im Sachverständigen- und Ingenieurbüro.

Auftraggeber kommen mit sehr unterschiedlichen Fragestellungen auf ein Bausachverständigenbüro zu: von Feuchteschäden und Rissen über Planungsthemen bis hin zu Streitfällen vor Gericht. Das Ornigramm strukturiert diese Arbeit in drei Ebenen:

  • Aufgabenstellungen – Was ist das Problem bzw. der Anlass?
  • Arbeitsaufgaben – Welche konkreten Tätigkeiten werden daraus?
  • Werkzeuge & Methoden – Womit wird die Aufgabe gelöst?

Welche Situationen an Wänden, Böden, Decken und Konstruktionen können beanstandungswürdig sein?

A. Nässe und Feuchte (materialimmanent)

  • Feuchteflecken und durchfeuchtete Baustoffe
  • Fehlende oder mangelhafte Abdichtung
  • Kondensatbildung auf kalten Oberflächen
  • Aufsteigende oder eindringende Feuchtigkeit

B. Schimmel, Verschmutzungen, Kontaminationen (Prozesse ohne Substanzveränderung)

  • Schimmelpilzbefall
  • Oberflächenverschmutzungen
  • Mikroorganismen und Geruchsbelastungen
  • Schadstoffhaltige Rückstände oder Kontaminationen

C. Risse und substanzverändernde Schäden (substanzverändernde Prozesse)

  • Putz- und Estrichrisse
  • Risse in Mauerwerk oder Beton
  • Materialablösungen, Abplatzungen
  • Tragfähigkeitsmängel, statische Problemzonen
  • Mechanische Beschädigungen

D. Unregelmäßigkeiten des Zustands (keine Schäden, aber auffällige Abweichungen)

  • Unebenheiten und Verformungen
  • Maßabweichungen
  • Farbton- oder Oberflächenabweichungen
  • Fehlstellen und Mangelausführungen
  • Unsaubere Details und Anschlussfehler

E. Materialbezogene Besonderheiten

1. Besonderheiten Stahl

  • Chemisch empfindlich: Korrosion (Oberflächen- und Tiefenkorrosion)
  • Thermisch empfindlich: Längenänderungen, Spannungen, Verformungen
  • Mechanische Effekte: Beulen, plastische Verformungen, Knicken
  • Risse treten auf, sind aber oft nicht primär schadensbestimmend

2. Besonderheiten Holz

  • Biologisch empfindlich bei hoher Feuchtelast (Pilze, Insekten)
  • Quellen und Schwinden → Längenänderungen und Verwerfungen
  • Rissbildungen und möglicher Tragfähigkeitsverlust
  • Verfärbungen, Faserauszug, Materialauflösungen

A. Analyse & Diagnose

  • Ortsbegehung und Erstaufnahme
  • Detaillierte Schadensaufnahme
  • Fotodokumentation und Skizzen
  • Probenahme und Messkonzepte
  • Einsatz geeigneter Messtechnik

B. Technische Bewertung

  • Ursachenanalyse der Schadensprozesse
  • Plausibilitätsprüfung von Schadenshypothesen
  • Normen- und Richtlinienrecherche
  • Statische und bauphysikalische Berechnungen
  • Vergleich unterschiedlicher Lösungsvarianten

C. Entwicklung von Maßnahmen

  • Sanierungs- und Reparaturkonzepte
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen
  • Detailplanung von Anschlüssen und Bauteilen
  • Abstimmung mit Fachplanern und Ausführenden

D. Dokumentation & Kommunikation

  • Berichtserstellung und Fotodokumentation
  • Gutachtenerstellung (Privat-, Versicherungs-, Gerichtsgutachten)
  • Präsentation und Erläuterung gegenüber Auftraggebern
  • Gespräche mit Gerichten, Anwälten und Versicherern

Die Arbeitsaufgaben bilden die Brücke zwischen dem beobachteten Schadensbild und der gutachterlichen Empfehlung bzw. Sanierungsplanung.

A. Mess- & Prüfmittel

  • Feuchtemessgeräte (oberflächennah und tiefenorientiert)
  • Thermografie-Kameras
  • Endoskope für Hohlräume und schwer zugängliche Bereiche
  • CM-Messung bei Estrichen
  • Schall- und Wärmebrückenmessung
  • Materialproben & Laboranalytik
  • Monitoring- und Langzeitmesssysteme

B. Technische Methoden

  • Systematische Ursachenanalyse (Baudiagnostik-Modelle)
  • Gezielte Bauteilöffnungen
  • Statistische Auswertungen und Trendanalysen
  • Soll-Ist-Vergleiche mit Planungsunterlagen
  • Simulationen (z. B. Wärmebrücken, Feuchteverläufe)

C. Wissenswerkzeuge

  • DIN-, EN- und weitere technische Regelwerke
  • Fach- und Kommentarliteratur
  • Gerichtsurteile und einschlägige Rechtsprechung
  • Sachverständigenrichtlinien und Merkblätter

D. Dokumentations- & Kommunikationswerkzeuge

  • CAD-Programme und digitale Skizzenwerkzeuge
  • Tabellen- und Berechnungsprogramme
  • Digitale Berichtssysteme und Textverarbeitung
  • Fotodokumentation inkl. 360°-Aufnahmen
  • Präsentationssoftware für Besprechungen und Gerichtstermine

Die Wahl der passenden Werkzeuge und Methoden erfolgt immer in Abhängigkeit von der Aufgabenstellung und der konkreten Fragestellung des Auftraggebers.

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